Das Fronttransparent der Demonstration.

Diesen Donnerstag, den 17. November fand im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks auch in Bamberg eine Demonstration statt. Mit 30 TeilnehmerInnen war dies natürlich sehr enttäuschend. Der Fränkische Tag bemerkte zu Recht: „Im Demonstrationszug klafften große Lücken!“

Der Demonstrationszug

Wie konnte es passieren, dass „insgesamt nur etwa 30 Schüler zusammen [kamen], um für ein besseres Bildungssystem zu demonstrieren. […] Noch vor zwei Jahren waren es etwa 800 Teilnehmer.“ Diese große Differenz macht natürlich stutzig und muss zum Nachdenken anregen. Auffallend war, dass ein Großteil der Demo-TeilnehmerInnen aus einem „weiteren SympathisantInnenkreis“ unserer Basisgruppe stammen und das erklärt auch, warum es so wenig waren: Es fehlte ein breites Bündnis, dass genug Menschen mobilisieren kann und genug AktivistInnen hat, die eine größere Mobilisierung durchführen können.

Dieses Problem war selbstverständlich auch für uns von Anfang an ersichtlich. Aus diesem Grund haben wir bereits Anfang September diverse Gruppen zu einem ersten Vernetzungstreffen eingeladen. Allerdings folgte keine angeschrieben Gruppe der Einladung und so ließen wir vorerst die Idee eines Bildungsstreiks in Bamberg fallen. Ende Oktober änderte sich die Meinung in der Gruppe, als es doch nach einem möglichen Bildungsstreik aussah. Einige GenossInnen halfen bei der Mobilisierung, verteilten Flugblätter, versuchten über das soziale Netzwerk „Facebook“ Menschen zu mobilisieren und wir wussten, dass es keinen großen Menschenauflauf geben wird.

Das hatte neben dem Fehlen an weiteren AktivistInnen aber weitere Gründe: Auch wir als Basisgruppe haben die Öffentlichkeitsarbeit bisher stiefmütterlich behandelt. Wer also nicht zufällig eines der Flugblätter abgreifen konnte, oder auf Facebook nicht jemand aus dem Bildungsstreikbündnis in der Freundesliste hatte, hatte kaum eine Chance, von dieser Veranstaltung zu erfahren. Daran wollen wir in Zukunft arbeiten.

Die junge Welt führte auch ein Interview mit Erik Marquardt, der Vorstandsmitglied beim Freien Zusammenschluß von StudentInnenschaften (fzs) ist. Dabei kann jedeR folgende Aussage von Erik Marquardt zu lesen:

„Vielleicht sollte man die anstehenden Wochen eher als Auftakt betrachten, um die dezentralen Bündnisse zu stärken und Menschen zu sensibilisieren, damit es im Sommer zu größeren Protesten kommt.“

Dieser Satz ist gut auf die Verhältnisse in Bamberg anwendbar. In Bamberg gibt es wenig aktive politische Gruppen, die auch mal eine Aktion in der Öffentlichkeit durchführen können/wollen. Mit der Berichterstattung und mit der Ankündigung auf Facebook konnten Menschen erreicht werden, die ebenfalls unzufrieden mit dem Bildungssystem sind. Auch auf unserer Sitzung am Abend kamen SympathisantInnen und alte Gesichter, die schon länger nicht mehr auf einem unserer Plena waren.

Linksjugend ['solid] war natürlich auch am Start.

Unter´m Strich war diese Demonstration kein großer Wurf, aber es könnte ein Anfang für zukünftige Aktivitäten im Bereich Bildungspolitik sein. Darum war es aus unserer Sicht auch kein Fehler, diese Demonstration trotz mangelnder Beteiligung mit dem Bildungsbündnis zu organisieren. Aber damit sich diese Aktion gelohnt hat, muss sich das Bamberger Bündnis festigen:

Darum fordern wir auch alle, die mit diesem Bildungssystem unzufrieden sind, wieder dazu auf, zu einem ersten Bündnistreffen zu kommen! Das Treffen findet am Freitag, den 25.11. um 16:30 Uhr im JUZ am Margaretendamm statt. Kommt zahlreich – wir freuen uns über jedeN potentielleN BildungstreikaktivistIn!

Mehr Infos gibt es auf http://bildungsdemo-bamberg.tk/!