Wieder mal mobilisieren rechte Kräfte nach Wunsiedel und wollen einen Heldengedenktag durchführen. Der „Heldengedenktag“ ersetzte im Dritten Reich den Volkstrauertag und war geprägt durch die Propaganda der NSDAP in Form von Reden und Aufmärschen mit dem Ziel, die Bevölkerung wieder auf Kriegskurs zu bringen. Die Ansichten der NeofaschistInnen haben sich in dieser Zeit kaum geändert, so schreiben sie in ihren Aufruf das sie „insbesondere jenen selbstlosen Menschen im Nationalen Widerstand gedenken, die für den Kampf um die Befreiung Deutschland Herausragendes leisteten.“ Der zweite Weltkrieg, der ein Produkt der faschistischen Aggressionspolitik war und mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 begann wird zum „Befreiungskampf“ umgedeutet. Der geschichtsrevisionistische Aufruf soll in erster Linie nicht den Toten gedenken. Das diese Opfer als Helden dargestellt werden ist nicht in der Trauer um die Verstorbenen begründet, sondern – wie auch schon im Dritten Reich – zur Glorifizierung deutschen Soldatentums und der Kriege für deutsche, rassistisch-nationalistische wie wirtschaftliche Interessen. Der weitere Zweck ist eine Lobpreisung des Hitler-Faschismus, der einen Weltkrieg, industriellen Massenmord und noch mehr unüberschaubares Leid über die Menschen brachte und erst durch militärische Intervention der Roten Armee und der U.S. Army beendet werden konnte. Wir lehnen dieses Gedenken ab, dass nur Nationalismus, Rassismus und Militarismus befördert. Wir rufen auf, sich an den Protesten am 17. Oktober gegen diesen neofaschistischen Stumpfsinn zu beteiligen!