Das deutsche Militär ist wieder in aller Welt präsent. Wieder werden an diesem Volkstrauertag in allen Städten, Dörfern, Gemeinden und öffentlichen Gebäuden die deutschen Fahnen auf Halbmast zu sehen sein. Es wird getrauert um SoldatInnen im Auslandseinsatz oder um die Opfer des zweiten Weltkrieges. Während im Bundestag Reden gehalten werden und um „unsere“ Opfer getrauert wird, werden die Menschen, die unter deutscher Militärpräsenz zu leiden haben nur allzu oft vergessen. Auch die Folgen des militärischen Handelns der Bundesrepublik wird verschwiegen oder ignoriert. Als Oberst Klein am 4. September 2009 den Auftrag gab einen Tanklaster zu bombadieren mussten 142 Menschen ihr Leben lassen oder wurden verletzt. Dies hatte weder eine juristische, noch parlamentarische Folge, stattdessen wurde Oberst Klein sogar befördert! Für die Opfer gab es bis heute als Entschädigung lediglich ein paar Essenspakete. 

Nicht nur heute, auch das Wirken der Wehrmacht hat bis heute keine Konsequenzen auf die deutsche Außenpolitik, die Reperationszahlungen an Griechenland stehen bis heute aus. Im Jahre 1953 wurde vereinbart, dass Deutschland bei seiner Wiedervereinigung, mit der niemand ernsthaft damals rechnete, der griechische Staat entschädigt werden solle. Nach der deutschen Einheit verweigerte Deutschland die Reperationszahlungen und setzte sich erst gar nicht an den Verhandlungstisch.

Egal ob die Bundeswehr oder Wehrmacht mordet, Infrastruktur zerbombt etc. – Die Hinterbliebenen sind stets auf sich allein gestellt.

Die Opfer werden weder entschädigt noch wird ihnen ihr Opfer-Status anerkannt, weil dieser auch den Täter-Status Deutschlands zur Folge hätte. Trotzdem geht die Bundeswehr verhöhnend mit den Hinterbliebenen um, wenn sich SoldatInnen mit Knochen in Afghanistan fotografieren lassen oder am Tag der offenen Tür in Kasernen auf Nachbildungen von Dörfer in Kosovo geschossen werden darf. 

Aus der Lehre des Dritten Reichs, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen dürfe, ist nur noch eine hohle Phrase in der deutschen Politik über geblieben. Während damals für den Rassenwahn der NSDAP unzählige Menschen ihr Leben ließen, sind es heute die Interessen der Wirtschaft, die die Bundeswehr zum weltweiten Morden bringt. 

Wir lehnen das Gedenken für mordende SoldatInnen ab, unser Gedenken gilt den Opfern deutscher Militärgewalt! Gegen die Militarisierung der deutschen Innen- und Außenpolitik! Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!